Jack Ma zieht sich aus der Ant Group zurück

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 2 Minuten Lesezeit
--FILE--Jack Ma or Ma Yun, chairman of Chinese e-commerce giant Alibaba Group, attends the forum of "Business Leaders Dialogue: New Economy in Internet Era" during the fourth World Internet Conference (WIC), also known as Wuzhen Summit, in Wuzhen town, Tongxiang city, Jiaxing city, east China's Zhejiang province, 5 December 2017. Jack Ma, co-founder and chairman of Chinese e-commerce behemoth Alibaba, said he wants to reform globalization by bringing e-commerce to everyone in the developing world. Ma made the remarks during a panel discussion with Rwandan President Paul Kagame at a session called Digitalizing Emerging Markets at the World Economic Forum in Davos, Switzerland, on Wednesday. "Globalization, in the past 30 or 40 years, helped a lot of countries to grow, especially country like China, Ma said. "But many people don't believe in it because it is not inclusive. How can we improve it? We can make more developing countries get involved," he added. Ma said globalization has been controlled by 60,000 big companies worldwide in the past 20 years, and he wants to expand that to 60 million businesses in the next 30 years, including small enterprises. "Business themselves should make decisions in the next 30 years, with governments as a support," Ma said, adding that Alibaba cannot do it alone.

Der chinesische Milliardär Jack Ma hat sich aus der von ihm gegründeten Ant Group zurückgezogen. Aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgte der Rückzug auf Druck der Behörden der Diktatur, bei denen Ma seit einigen Jahren in Ungnade gefallen ist.

Turbulente Vergangenheit der Ant Group

Die Ant Group ist unter Jack Ma zu einem der größten Finanzunternehmen der Welt geworden. Sie steht hinter dem Bezahldienst Alipay, der in China weit verbreitet ist. Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen ihn. Vor zwei Jahren sollte die Ant Group an die Börsen gehen, was in letzter Minute durch die Aufsichtsbehörden verhindert wurde. Aufsehen erregte Ma ferner durch sein Verschwinden aus der Öffentlichkeit, nachdem er Kritik am chinesischen Wirtschaftssystem geäußert hatte. Auch hier wurde Druck durch die chinesische Regierung als primäre Motivation vermutet.

Der Rückzug aus der Ant Group könnte den Weg für einen Börsengang des Unternehmens freimachen. Ohne Ma an der Spitze dürften die Aufsichtsbehörden weniger Probleme mit entsprechenden Unternehmensplänen haben. Dennoch sollte bedacht werden, dass die Politik gegenüber Fintech- und Technologieunternehmen in China in den letzten Jahren deutlich strenger geworden ist. Die Zukunft des Unternehmens bleibt daher auch nach dem Rückzug Mas abzuwarten.

Mas Zukunft ist offen

Auch die Zukunft Mas selbst ist weitgehend unklar. Nach dem Verschwinden aus der Öffentlichkeit im Jahr 2020 hat er sich nur noch selten zu Wort gemeldet. Berichten zufolge soll er im vergangenen Jahr zeitweise in Japan gelebt haben. Zuletzt wurde er in Thailand gesichtet. Ma ist weiterhin Mehrheitseigner des Unternehmens Alibaba, das ebenfalls zu den erfolgreichsten Unternehmen in China zählt. Der Rückzug aus der Ant Group wird auch als Versuch gedeutet, dieses zweite erfolgreiche Unternehmen aus der Schusslinie der chinesischen Regierung zu bringen.