Microsoft Edge führt Copilot Mode ein: KI-gestütztes Browsen der nächsten Generation

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Minuten Lesezeit
Microsoft Edge

Mit dem neuen Copilot Mode stellt Microsoft eine experimentelle Funktion für seinen Edge-Browser vor, die das Surferlebnis grundlegend verändern soll. Statt klassischem Tab-Hopping und Suchmaschinenrecherche verspricht der Copilot Mode eine intelligentere, effizientere und interaktivere Art der Webnutzung – ganz im Zeichen moderner KI-Technologie. Der Modus ist ab sofort kostenlos in allen unterstützten Regionen für Windows und macOS verfügbar.

  • Kombiniert Chat, Suche und Navigation in einem einzigen Eingabefeld
  • Nutzt kontextbezogene Informationen über offene Tabs für bessere Ergebnisse
  • Unterstützt Sprachbefehle zur Beschleunigung alltäglicher Aufgaben
  • Dynamisches Overlay ermöglicht Zugriff auf Copilot ohne Seitenwechsel

Eine neue Art des Surfens: vom Werkzeug zum aktiven Assistenten

Seit Jahrzehnten funktioniert das Webbrowsing nach demselben Muster: Tab öffnen, etwas suchen, lesen, schließen, wiederholen. Mit dem Copilot Mode will Microsoft diesen linearen Ablauf aufbrechen. Die neue Funktion verwandelt den Edge-Browser in ein intelligentes Werkzeug, das nicht nur auf Anfragen reagiert, sondern aktiv mitdenkt.

Microsoft Edge
Bild: Microsoft

Beim Öffnen eines neuen Tabs erscheint eine reduzierte, aufgeräumte Oberfläche mit einem einzigen Eingabefeld. Hier lassen sich Suchanfragen, Webseitenbefehle oder Aufgaben direkt formulieren – sei es per Tastatur oder per Spracheingabe. Die zugrunde liegende KI-Technologie erkennt Nutzerintentionen, analysiert geöffnete Tabs und bietet kontextbezogene Unterstützung. Beispielsweise kann Copilot dabei helfen, Produkte zu vergleichen, Texte zusammenzufassen oder Inhalte gezielt zu finden – ohne langes Suchen und Scrollen.

Diese Entwicklung folgt dem allgemeinen Trend, Browser nicht länger nur als passives Werkzeug zu betrachten, sondern als aktiven Teil des digitalen Arbeitsflusses. Der Copilot Mode ist ein weiterer Schritt in Richtung einer nahtlosen Integration von generativer KI in den Alltag – ähnlich wie es bereits bei Office-Anwendungen und Windows-Features zu beobachten ist.

Effizienz durch Kontext, Sprachsteuerung und fließende Bedienung

Ein zentrales Merkmal des Copilot Mode ist der Zugriff auf den „Multi-Tab-Kontext“. Mit entsprechender Zustimmung kann Copilot alle offenen Tabs analysieren, um relevante Informationen schneller zu liefern. Das eignet sich besonders für komplexe Recherchen: Bei der Urlaubsplanung etwa kann Copilot die Angebote mehrerer Reiseportale miteinander vergleichen und anhand gewünschter Kriterien – etwa Lage oder Ausstattung – filtern. Die manuelle Informationssammlung wird so erheblich reduziert.

Zusätzlich lässt sich Copilot per Sprache steuern. Statt sich durch Menüs zu klicken oder manuell Inhalte zu durchsuchen, reicht ein einfacher Sprachbefehl wie „Zeig mir nur Seiten mit Kundenbewertungen“ oder „Öffne drei Tabs mit Laptops unter 1000 Euro“. Die Sprachfunktion dient dabei nicht nur der Barrierefreiheit, sondern erhöht auch die Geschwindigkeit im Arbeitsfluss.

Ein weiteres Detail ist das sogenannte Copilot-Pane – ein dynamisches Seitenfenster, das sich über jeder beliebigen Webseite öffnen lässt, ohne diese zu verdecken. Damit können Inhalte übersetzt, berechnet oder zusammengefasst werden, während der ursprüngliche Kontext erhalten bleibt. Ob Rezeptumrechnungen, Textanalysen oder kurze Zusammenfassungen – Copilot bleibt stets präsent, ohne aufdringlich zu wirken.

Datenschutz und Kontrolle im Fokus

Trotz der neuen KI-Funktionalitäten betont Microsoft den Fokus auf Sicherheit und Transparenz. Der Copilot Mode arbeitet ausschließlich auf Grundlage der Nutzereinstellungen. Nur wenn explizit erlaubt, erhält die KI Zugriff auf Browserdaten wie Tabs, Verlauf oder – künftig geplant – sogar Logins und Formulareinträge.

Für jede Interaktion mit Copilot gibt es visuelle Hinweise, sodass jederzeit nachvollziehbar ist, ob und wie der Assistent im Hintergrund arbeitet. Die verwendeten Daten unterliegen den Datenschutzrichtlinien von Microsoft und werden nicht ohne Zustimmung weitergegeben. Zudem bleibt die Entscheidung zur Nutzung freiwillig: Wer den Copilot Mode nicht aktiviert, nutzt Edge weiterhin im klassischen Modus.

Auch zukünftige Funktionen sollen unter diesen Prinzipien entwickelt werden. Geplant sind unter anderem thematische „Browsing Journeys“, bei denen Copilot vergangene Recherchen in logische Themenblöcke gliedert und passende nächste Schritte empfiehlt – etwa Tutorials, Produktvergleiche oder Checklisten.

Fazit

Mit dem Copilot Mode setzt Microsoft ein klares Signal für die Zukunft des Web-Browsings. Die Kombination aus intelligenter Kontextanalyse, natürlicher Spracheingabe und einer assistentenähnlichen Benutzeroberfläche hebt den Edge-Browser funktional auf eine neue Stufe. Dabei bleibt die Kontrolle stets bei den Nutzern – sowohl in Bezug auf Datenschutz als auch auf die Aktivierung der Funktion.

Der Copilot Mode steht ab sofort kostenlos als experimentelle Funktion in Microsoft Edge für Windows und macOS zur Verfügung. Wer frühzeitig testen möchte, findet den Zugang über die Einstellungen des Browsers oder direkt über die offizielle Microsoft-Webseite.