Neuer Meta-Account läutet Ende der Facebook-Pflicht für VR-HMDs ein

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 4 Minuten Lesezeit

Facebook-Mutterkonzern Meta hat auf dem eigenen Blog eine spannende Neuerung angekündigt, die vor allem für Besitzer von VR-Systemen wie der Meta Quest 2 interessant sein dürfte. Mit dem neuen Meta-Account hat der Facebook-Zwang der Virtual-Reality-Brille schon bald ein Ende.

Meta-Account verbessert Stand der eigenen VR-Systeme

Die VR-Brille Meta Quest 2 ist in Deutschland aufgrund eines Streits mit dem Kartellamt nicht offiziell erhältlich. Auch vor der US-Handelsbehörde FTC muss sich Oculus, die zu Meta gehörende VR-Sparte, rechtfertigen.

Mit den neuen Meta-Accounts läutet man nun ein neues Zeitalter ein, denn damit entfällt endlich die Pflicht zur Nutzung eines Facebook-Kontos, wenn du eines der VR-Systeme des Herstellers nutzen möchtest. Bislang waren ein Account des sozialen Netzwerkes oder des ebenfalls zum Konzern gehörenden Instagram-Netzwerkes Pflicht.

„Wenn du deinen Facebook- und/oder Instagram-Account in VR nicht nutzen möchtest, ist das deine Sache,“ schreibt Meta in der Vorstellung der neuen Accounts. Zwar könne man den neuen Meta-Account in dieselbe Zentrale einfügen wie die Facebook- und Instagram-Konten, was „verbundene Erfahrungen über verschiedene Meta-Technologien“ freischaltet, Pflicht ist das ab August 2022 aber nicht mehr.

Meta-Account
Bild: Meta

Damit folgt man den Plänen, die CEO Mark Zuckerberg bereits im Rahmen der Connect 2021 angekündigt hatte und entwickelt sich von einem Facebook-first- zu einem Metaverse-first-Ansatz. Ob und in wieweit das nun wirklich besser ist, sei zunächst einmal dahingestellt.

Das sind die Meta-Accounts

Aufgrund des überwältigenden Feedbacks aus der Community habe man sich entschlossen, die Facebook-Accountpflicht zum Einloggen in Meta-Quest-Systeme entfallen zu lassen. So soll die neue Meta-Accountstruktur Nutzerinnen und Nutzern mehr Flexibilität und Kontrolle bieten.

Der Meta-Account bietet dir an einem Ort und ganz ohne Social-Media-Komponenten oder -Profile, eine Übersicht über deine VR-Geräte und lässt dich deine gekauften Apps und Spiele zentral verwalten.

Gleichzeitig entwickelt sich das Oculus-Profil zu einem neuen Meta Horizon-Profil weiter. Es repräsentiert deine soziale Präsenz, also auch deinen Avatar, in VR-Umgebungen und überall sonst, wo du das Profil nutzt. Das Profil lässt sich hinsichtlich des Benutzernamens, Avatars und weiterer Informationen anpassen.

Ab August 2022 lassen sich bereits mit dem Facebook-Konto verknüpfte Verbindungen in einen neuen Meta-Account umwandeln, ab dem 01. Januar 2023 wird der neue Account dann verpflichtend eingeführt, um Meta VR-Geräte weiter nutzen zu können.

Kommt die Meta Quest 2 offiziell nach Deutschland?

Meta dürfte mit der Einführung der neuen Accounts für VR-Systeme aber nicht nur das Nutzerwohl im Hinterkopf gehabt haben, sondern auch die eigenen Interessen. Immerhin hatte der Facebook-Zwang dazu geführt, das VR-Systeme wie die Meta Quest 2 hierzulande gar nicht erst verkauft werden dürfen.

Mit der Aufhebung der verpflichtenden Kopplung mit einem Facebook-Konto geht Meta offenbar auch einen ersten Schritt in die Richtung, den Verkauf hierzulande wieder zu ermöglichen. Der leidige Import der Meta VR-Brillen könnte damit schon bald ein Ende haben, auch wenn es diesbezüglich noch nichts Offizielles verlautbart wurde. Das Ende des Facebook-Zwangs könnte Meta aber im Streit mit dem Bundeskartellamt nützlich werden.

Meta Quest 2 Meta-Account
Kommt mit den neuen Meta-Accounts die Meta Quest 2 endlich nach Deutschland? (Bild: Meta)

Die weitreichenden Privatsphäre-Einstellungen der neuen Meta-Accounts hebt man in der Vorstellung jedenfalls sehr präsent hervor. Wichtige Fragen zu den neuen Meta-Konten, Meta Horizon und weiteren Themen beantwortet der Konzern zudem im neuen FAQ-Bereich zu den Anpassungen.

Interessant wird die Loslösung von der Facebook-Pflicht aber auch für die VR-Zukunft innerhalb des Meta-Konzerns. Erst Ende Juni 2022 stellte das Unternehmen drei Prototypen und ein Render-Bild von künftigen VR-MHDs vor, die einen Ausblick auf die mögliche VR-Systeme bei Meta liefern könnten.