OpenAI plant eigenen KI‑Browser

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 3 Minuten Lesezeit
OpenAI

OpenAI steht laut Reuters kurz davor, in den kommenden Wochen einen eigenen Web‑Browser auf den Markt zu bringen – und dieser soll deutlich mehr leisten als herkömmliche Browser. Der Fokus liegt auf einem Chat‑interface auf Chromium‑Basis, bei dem KI‑Agenten Aufgaben wie Reservierungen oder Formularautomatisierung übernehmen. Damit will OpenAI nicht nur mit Google Chrome konkurrieren, sondern auch gezielt Nutzerdaten sammeln, um eigene KI‑Modelle zu stärken und neue Umsatzmodelle zu etablieren.

Highlights

  • KI‑Agent „Operator“ übernimmt komplexe Aufgaben wie Buchungen oder Formularausfüllen direkt im Browser.
  • Aufbau auf Chromium: Kompatibel zu Chrome, Edge & Co., aber mit integrierter Chat‑UI anstelle klassischer Webseiten.
  • OpenAI möchte mehr Kontrolle über Nutzerverhalten und -daten – ähnlich wie Google mit Chrome für zielgerichtete Werbung.
  • Perplexity, Brave & The Browser Company starten ebenfalls KI‑Browser; es bahnt sich eine neue „AI Browser War“‑Ära an.

Revolution im Browser-Markt: Chat statt Tabs

Der neue Browser von OpenAI setzt auf eine Chat-Schnittstelle statt herkömmlicher Tab-Struktur: Nutzer können direkt im Interface über alle Schritte hinweg interagieren. Webseiten rücken in den Hintergrund, KI fasst Inhalte zusammen und agiert in ihrem Namen. Der integrierte Agent „Operator“ soll wiederkehrende Aufgaben automatisieren: vom Ausfüllen komplexer Formulare bis hin zu Buchungen. Der Browser agiert so direkt und auf mehreren Ebenen, quasi autonom.

OpenAI setzt auf Chromium-Basis

Da OpenAI auf Googles Open‑Source‑Code Chromium setzt, bleibt die Kompatibilität zu bestehenden Standards erhalten – doch die Integration von KI‑Agenten macht den Unterschied. Das Sammeln von Browserdaten bietet OpenAI die Rohstoffe, um KI weiterzuentwickeln und neue Geschäftsmodelle zu starten. Diese Strategie erinnert stark an Googles Chrome-Advertising-Ökosystem, birgt aber Datenschutz-Risiken .

Konkurrenzdruck im Browser-Markt

Mit Chrome hält Google über 3 Milliarden Nutzer und etwa 70 % Marktanteil. OpenAI greift direkt an – ebenso wie Mitbewerber wie Perplexity (Comet), Brave, The Browser Company oder Opera mit seinen KI‑Experimenten. OpenAI strebt mit diesem Schritt an, KI-Tools tief in den Alltag zu verankern – vom Surfen bis hin zu täglichen Produkttasks.

Der geplante Launch liegt in den kommenden Monaten, wahrscheinlich noch im Jahr 2025. Gleichzeitig wird ein Kernziel deutlich: Wettbewerb schaffen, Marktmacht aufbauen – und mehr Daten kontrollieren. Die Einführung eines KI-Browsers könnte eine wichtige Trendwende im Browser‑Ökosystem markieren.Expert:innen warnen: Wer Chrome wegen datenschutzkritisch meidet, sollte auch OpenAI kritisch betrachten. Ein KI‑Browser könnte noch mehr persönliche Surf‑Informationen analysieren und nutzen .

Fazit

OpenAI plant mit seinem KI-Browser einen echten Wendepunkt: Chromium-Technologie trifft auf umfassende Chat‑Integration und Agenten‑Automatisierung. Launch in wenigen Wochen – Preis und Verfügbarkeit sind noch offen, Datenschutz aber ein zentrales Thema. Während Chrome mit datengesteuerter Werbung dominiert, könnte OpenAI mit intelligentem Agentenmehrwert und Datenstrategie einen neuen Standard setzen – vorausgesetzt, Nutzer akzeptieren die Datenschutz-Kompromisse.