Der Narwal Freo Z10 kostet 899 Euro und positioniert sich als günstigere Alternative zum Z10 Ultra. Mit 15.000 Pa Saugkraft, KI-Navigation und dem EdgeSwing-System für Kantenreinigung will der „kleine Bruder“ preisbewusste Käufer ansprechen. Doch kann der günstigere Freo Z10 in der Praxis überzeugen? In unserem Narwal Freo Z10 Test haben wir den Roboter durch zahlreiche Testfahrten geschickt und ordentlich geprüft. Das Ergebnis: Der schneeweiße Saubermann arbeitet zielstrebig und gründlich, hat aber auch seine Eigenarten.
Narwal Freo Z10: Die technischen Daten im Überblick
| Kategorie | Spezifikation |
| Saugleistung | 15.000 Pa (max), 4 Saugstufen |
| Wischsystem | Dual-Mopp rotierend, EdgeSwing ausfahrbar |
| Navigation | LiDAR + KI-Dual-Kamera (NarMind Pro) |
| Objekterkennung | Über 200 Objekttypen |
| Bauhöhe | 10,77 cm |
| Moppanhebung | 12 mm automatisch bei Teppichen |
| Akkulaufzeit | 185 Minuten (Herstellerangabe) |
| Staubbehälter | 350 ml |
| Wassertank | 300 ml |
| Station – Staubbeutel | 2.500 ml (bis zu 120 Tage) |
| Station – Wassertanks | 4.100 ml Frisch- / 3.200 ml Abwasser |
| Besonderheiten | DualFlow Tangle-Free, 75°C Moppwäsche |
| App-Steuerung | Narwal App, Alexa, Google, Siri |
| Lautstärke | 55 dB (Wischmodus) |
| Preis UVP | 899 € UVP (300€ günstiger als Z10 Ultra) |
Positionierung: Der vernünftige Mittelweg
Mit 899 Euro UVP positioniert sich der Freo Z10 als Alternative zum 300 Euro teureren Z10 Ultra. Narwal verzichtet beim günstigeren Modell auf einige Premium-Features wie elektrolysiertes Wasser oder perfekte Hinderniserkennung, behält aber die wichtigsten Funktionen bei. Das macht ihn interessant für alle, die Premium-Reinigung wollen, aber nicht bereit sind, über 1.000 Euro auszugeben.
Erster Eindruck: Schicke Optik, solide Verarbeitung
Optisch unterscheidet sich der Freo Z10 kaum vom großen Bruder. Das elegante weiße Design mit dezenten silbernen Akzenten macht auch hier eine gute Figur – solange er sauber ist. Nach ein paar Reinigungstouren zeigt das helle Gehäuse natürlich schneller Staub und Schmutz als dunkle Konkurrenten.
Die Verarbeitung überzeugt auf ganzer Linie. Das Gehäuse des Roboters wirkt sehr robust, der leicht raue Kunststoff hat eine angenehme Haptik und macht richtig was her. Das vermittelt Wertigkeit und Solidität. Bei der Qualitätskontrolle haben wir keine Makel entdeckt.

Mit einem Durchmesser von 35,5 cm und einer Höhe von 10,77 cm entspricht er fast exakt dem Z10 Ultra. Der fest montierte LiDAR-Turm verhindert das Unterfahren sehr flacher Möbel – ein typischer Kompromiss bei Laser-Navigation, den man in dieser Preisklasse akzeptieren muss.

Lieferumfang: Ordentlich ohne Übertreibung
Narwal packt alles Nötige in den Karton, ohne zu übertreiben. Der Lieferumfang umfasst:
- Freo Z10 Roboter in Weiß
- All-in-One Station
- Stromkabel für die Basisstation
- 2 Seitenbürsten (beide werden gleichzeitig verwendet)
- 2 Wischpads, die bereits am Roboter montiert sind
- Staubbeutel
- HEPA-Filter
- Flasche Bodenreinigungsmittel
- Reinigungsschale für die Station
- Transparente Auffahrrampe
- Quick Guide und Benutzerhandbuch
Das ist solide, aber deutlich weniger üppig als beim Z10 Ultra. Alles Wesentliche ist vorhanden – mehr braucht man für den Start nicht.

Die Station: Kompakt mit allen wichtigen Features
Die All-in-One-Station wirkt hochwertig verarbeitet und verfügt über alle wichtigen Funktionen. Mit ihren kompakten Abmessungen und praktischen Tragegriffen integriert sie sich gut in den Haushalt und lässt sich bei Bedarf problemlos umstellen. Das weiße Design zeigt zwar schnell Staubspuren, dafür wirkt sie deutlich weniger wuchtig als schwarze Konkurrenten.
Besonders gelungen sind die Touch-Bedienelemente am vorderen Rand. Die drei leuchtenden Buttons ermöglichen die Steuerung wichtiger Funktionen wie Start/Stopp, Moppwäsche oder Roboter-Rückruf direkt an der Station. Die Bedienung ist intuitiv und reagiert zuverlässig.

Die Frontabdeckung lässt sich problemlos abnehmen für Zugang zu Staubbeutel und Reinigungsmittelkartusche. Einziger Kritikpunkt: Die transparente Auffahrrampe ist nur eingeklickt und rutscht gelegentlich heraus, wenn man die Station bewegt.

Setup und erste Schritte: Unkomplizierter Start
Die Inbetriebnahme verläuft problemlos. Station aufstellen, Wassertanks befüllen, Narwal-App herunterladen und QR-Code aus dem Quick Start Guide scannen – nach etwa zehn Minuten ist der Freo Z10 einsatzbereit. Die App führt Schritt für Schritt durch das Setup und erklärt auch weniger technikaffinen Nutzern alle wichtigen Punkte.
Die erste Kartierungsfahrt durch unsere 50-m²-Testwohnung dauerte rund 5 Minuten. Schon hier zeigt sich eine klare Stärke: Der Roboter arbeitet sehr zielstrebig und irrt kaum umher. Keine endlosen Suchfahrten oder planloses Herumkurven wie bei anderen Modellen. Die nachträgliche Kartenbearbeitung ist allerdings weniger durchdacht als bei teureren Modellen. Hier merkt man den Preisunterschied – Räume lassen sich zwar anpassen, aber die Funktionen sind nicht ganz so ausgereift.
Navigation und Intelligenz: Clevere KI mit kleinen Schwächen
Das Herzstück des Freo Z10 ist das NarMind Pro System mit LiDAR-Navigation und Dual-Kamera-Technologie. Die beiden KI-Kameras an der Front erkennen laut Hersteller über 200 verschiedene Objekttypen – von Schuhen über Kabel bis hin zu Tierhaaren.
In der Praxis funktioniert das größtenteils zuverlässig. Kabel werden erkannt und umfahren, Möbelbeine werden sanft touchiert aber nie gerammt, Schuhe und andere Hindernisse werden souverän umkurvt. Die Collision-free-Navigation arbeitet ordentlich – schwere Kollisionen sind selten.
Problematisch wird’s bei flachen Objekten: Ein Hundespielseil wurde einfach mitgeschleppt und quer durch die Wohnung gezogen. Besonders amüsant in unserem Test: Der schlaue Roboter manövrierte sich gekonnt über ein Tischbein unter einen Tisch, kam aber nicht mehr heraus, weil ein Stuhl den Weg blockierte. Den ursprünglichen Rückweg über dasselbe Tischbein fand er nicht mehr – hier zeigen sich klare Schwächen in der Routenplanung.
Die Raumaufteilung funktioniert meist gut, kleinere Korrekturen sind gelegentlich nötig und lassen sich problemlos in der App vornehmen.
Saugleistung im Praxistest: Ordentlich, aber nicht überragend
Mit 15.000 Pa liefert der Freo Z10 solide Saugkraft. Das sind 3.000 Pa weniger als beim Z10 Ultra, reicht in der Praxis aber für die allermeisten Situationen völlig aus. Krümel, Staub, Tierhaare, Müsli – praktisch alles verschwindet zuverlässig im Staubbehälter.
Praktisch ist die adaptive Saugkraftregelung. Sieht der Roboter dreckigere Stellen, wird er langsamer und saugt kräftiger. Funktioniert in der Praxis gut und wird dann auch wirklich gründlich, dauert halt entsprechend länger.
Das Anti-Verhedderungs-System macht seinen Job hervorragend. Die Seitenbürsten laufen bei Bedarf rückwärts, lockern verwickelte Haare und transportieren sie zur Hauptwalze. Von dort werden sie direkt abgesaugt. Auch bei längeren Haaren blieb die Walze erstaunlich sauber. Nur ganz selten verfing sich mal was.

Die beiden Seitenbürsten unterstützen beim Zusammenkehren des Schmutzes. Ein Schwachpunkt: Sie fahren nicht aus, wodurch Ecken beim Saugen nicht perfekt erreicht werden. Das ist bei einem 900-Euro-Roboter schade, aber verschmerzbar.
Wischfunktion: Die echte Stärke des Freo Z10
Hier spielt der Narwal seine Stärken voll aus. Die Wischfunktion ist definitiv das Highlight des Freo Z10 und hebt ihn deutlich von der Konkurrenz ab.
Das EdgeSwing-System ist das Killer-Feature des Freo Z10. Der rechte Wischmopp kann seitlich ausfahren und erreicht so Stellen, die andere Roboter links liegen lassen. Das macht einen spürbaren Unterschied zu Modellen mit starren Wischmopps. In unserem Praxistest schaffte der Freo Z10 bei dreimaligem Durchfahren wirklich fast alle Kanten. Die dreieckigen Reuleaux-Wischmopps arbeiten mit ordentlich Anpressdruck und hinterlassen sichtbar saubere Ergebnisse. Nur bei hartnäckigeren Verschmutzungen an den Kanten stößt auch dieses System an seine Grenzen – aber welcher Roboter schafft das schon perfekt?

Der Freo Z10 analysiert den Verschmutzungsgrad und passt sein Reinigungsverhalten entsprechend an. Stark verschmutzte Bereiche werden mehrfach angefahren, bei hartnäckigen Flecken erhöht er Wasserzufuhr und Anpressdruck. Der Freo-Modus übernimmt die meisten Einstellungen automatisch und macht die Bedienung besonders einfach. Allerdings muss man empfindliche Bodenbereiche wie Parkett manuell definieren – der Roboter erkennt nicht automatisch, welche Böden zu sensibel für intensive Nassreinigung sind.
In unserem Härtetest mit angetrockneter Tomatensauce erzielte der Freo Z10 sehr respektable Ergebnisse. Nach zwei Durchgängen waren bis auf minimale Reste in Fliesenfugen alle Spuren beseitigt.
Das große Aber: Laminat-Problem
Ein wichtiger Punkt für Laminatbesitzer: Die mittlere Wasserabgabe ist definitiv zu viel. In unserem Test hinterließ der Freo Z10 Schlieren auf dem Boden – sah nicht schön aus. Die Wassermenge lässt sich zwar in der App reduzieren, aber dann wird’s auch nicht mehr richtig sauber.
Laminatbesitzer stehen also vor der Wahl: Entweder viel experimentieren und feintunen oder sich mit mäßigen Ergebnissen zufriedengeben. Für Fliesen und robuste Hartböden läuft das System dagegen einwandfrei.

Station und Selbstreinigung: Komfortable Vollautomatik
Die All-in-One-Station macht ihren Job richtig gut. Mit Abmessungen von 43,1 x 42,7 x 46,2 cm und 11,3 kg Gewicht ist sie kompakt genug für die meisten Ecken, aber trotzdem mit allen wichtigen Funktionen ausgestattet. Nach jeder Wischfahrt werden die Mopps automatisch mit bis zu 75°C heißem Wasser gespült und anschließend mit warmer Luft getrocknet – das Ergebnis sind saubere, trockene und geruchsfreie Mopps.
Die automatische Staubentleerung funktioniert zuverlässig. Der 2,5-Liter-Staubbeutel soll laut Hersteller 120 Tage halten – das schaffen aber wohl nur Wenignutzer. Je nach Wohnungsgröße und Nutzung sind 30-80 Tage realistischer. Ein kleiner Kritikpunkt: Bei regelmäßigem Wischen muss man die Wassertanks öfter nachfüllen als gedacht. Trotz der ordentlichen 4,1 Liter Frischwasser sind bei täglicher Nutzung alle zwei bis drei Tage Nachfüllaktionen nötig.
App und Bedienung: Funktional mit kleinen Macken
Die Narwal-App bietet alle wichtigen Funktionen für die Steuerung des Freo Z10. Wie bereits bei der Kartierung erwähnt, ist die Benutzeroberfläche zwar übersichtlich, aber nicht ganz so ausgereift wie bei teureren Modellen.
Die wichtigsten App-Features:
- Präzise Kartenerstellung mit automatischer Raumaufteilung
- Individuelle Zeitpläne pro Raum
- Verschiedene Reinigungsmodi (Saugen, Wischen, Kombi)
- Freo-Modus für automatische Anpassung
- Sperrzonen und virtuelle Wände
- Live-Verfolgung während der Reinigung
- Wartungshinweise und Verbrauchsmaterial-Status
- Einrichtung der Sprachsteuerung
Die Sprachsteuerung mit Alexa, Google Assistant und Siri klappt für Grundbefehle zuverlässig, für komplexere Aktionen muss man trotzdem zur App.
Ein kurzes Wort zur Akkulaufzeit: Der Freo Z10 arbeitet mit 55 dB angenehm leise und schafft unsere 50-m²-Wohnung dank 185 Minuten Akkulaufzeit problemlos in einem Durchgang von etwa 40 Minuten.
Wartung und Folgekosten sind überschaubar
Der Wartungsaufwand hält sich in angenehmen Grenzen. Bei täglicher Nutzung müssen die Wassertanks alle 2-3 Tage nachgefüllt werden und die Wischpads gehören wöchentlich in die Waschmaschine – das war’s auch schon für die regelmäßige Pflege.
Gelegentlich stehen „größere“ Wartungsarbeiten an: Staubbeutel in der Station wechseln (je nach Nutzungsverhalten), HEPA-Filter austauschen (alle 6 Monate) und Seitenbürsten ersetzen (alle 6-12 Monate). Die Hauptbürste sollte monatlich kurz gereinigt werden. Praktisch: Die App informiert über den aktuellen Zustand aller Verbrauchsmaterialien und zeigt an, wann was getauscht werden muss.
Bei den Folgekosten bleibt der Freo Z10 im Rahmen. Staubbeutel kosten etwa 2-3 Euro pro Stück (je nach Marke), Ersatzwischpads gibt es im 4er-Pack für rund 25 Euro. Schade nur, dass die Reinigungskartusche komplett ersetzt werden muss und nicht nachfüllbar ist.
Konkurrenzvergleich: Starke Position in der 900-Euro-Klasse
In der knapp 900-Euro-Klasse kämpft der Freo Z10 gegen etablierte Modelle wie den Roborock S7 oder Dreame L10s Pro Ultra. Gegenüber dem Roborock S7 punktet der Narwal mit deutlich besserer Kantenreinigung, leiserem Betrieb und modernerer KI-Navigation. Dafür hat Roborock die bewährtere Software, eine größere Community und teilweise bessere Saugleistung.
Im Vergleich zum Dreame L10s Pro Ultra zeigt der Freo Z10 seine Stärken bei der intelligenteren Schmutzerkennung und dem EdgeSwing-System für Kantenreinigung. Dreame kontert mit etablierter Marktposition und bewährter Software.
Insgesamt bietet der Freo Z10 in der Preisklasse ein sehr ausgewogenes Paket mit echten Alleinstellungsmerkmalen bei der Wischfunktion.
Unser Fazit: Guter Deal mit klitzekleinen Abstrichen
Also erstmal vorweg: Der Narwal Freo Z10 ist ein gelungener Kompromiss für alle, die Premium-Wischfunktion wollen, aber nicht über 1.000 Euro ausgeben möchten. Das EdgeSwing-System ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal, und für 899 Euro bekommt man etwa 90 Prozent der Leistung des Z10 Ultra.
Allerdings merkt man an mehreren Stellen die Einsparungen: Die Hinderniserkennung ist nicht perfekt, die Kartierung weniger ausgereift und die Wasserabgabe für empfindliche Böden problematisch. Wer damit leben kann, bekommt einen sehr ordentlichen Haushaltshelfer mit echter Stärke bei der Kantenreinigung.
Kaufempfehlung: Klare Empfehlung für Haushalte mit robusten Böden, die einen guten Saug-Wischroboter unter 1.000 Euro suchen. Perfektionisten und Laminatbesitzer sollten eher zum teureren Ultra oder zur etablierten Konkurrenz greifen.
VORTEILE
- EdgeSwing-System für sehr gute Kantenreinigung
- Leise Arbeitsweise (55 dB)
- Zielstrebige, flinke und gründliche Reinigung
- Anti-Verhedderungs-System funktioniert gut
- Hochwertige Verarbeitung und Haptik
- Kompakte Station mit Tragegriffen
- Fairer Preis (~300€ unter Z10 Ultra)
NACHTEILE
- Wasserabgabe zu hoch für Laminatböden
- Navigation mit gelegentlichen Schwächen
- Kartierung weniger ausgereift
- Seitenbürsten fahren nicht aus
- Deutsche Übersetzung teilweise holprig
- Reinigungskartusche nicht nachfüllbar
- Auffahrrampe rutscht gelegentlich heraus
Fazit
Der Narwal Freo Z10 positioniert sich als gu00fcnstiger Mittelweg mit echten Stu00e4rken bei der Kantenreinigung. Das EdgeSwing-System funktioniert deutlich besser als bei der Konkurrenz, und die Verarbeitung u00fcberzeugt. Allerdings schwu00e4chelt die Navigation gelegentlich, und die Wasserabgabe ist fu00fcr empfindliche Bu00f6den problematisch. Ein solider Kompromiss fu00fcr den Preis, aber mit spu00fcrbaren Abstrichen gegenu00fcber Premium-Modellen.

